3 Generationen Gespräche

demographiepreis

Auch wenn diese Urkunde ein bisschen so aussieht, leider wurde es nichts mit dem Demografie-Preis. Daher sind die 3 Generationen Gespräche immer noch nirgends gestartet, obgleich sie sowohl unter demographischen Gesichtspunkten aber auch unter der Frage der Integration eine wichtige Rolle spielen  können. Und das sind nicht die einzigen Wirkungen, die die Zunahme der Kommunikationsdichte in einem Ort ist eine wesentlicher Bestandteil für eine resiliente und damit zukunftsfähige Entwicklung.

Genauere Informationen über die Gespräche liegen vor, die Einrichtung kostet nicht viel und ein Versuch wäre es wert.

Wer die Möglichkeit sieht, die eigene Kommunalpolitik zu einem solchen Versuch bewegen zu können, kann sich gerne mit mir in Verbindung setzen. Neben der politischen Entscheidung benötigt es eine einfache Software, die noch geschrieben werden muss. Außerdem sollte sich die Verwaltung einer Gemeinde damit beschäftigen, da das auch datenschutzrechtlich interessant sein könnte. Eine Ansprechperson in der Gemeinde und eine Informationsbroschüre, die dort verteilt wird, wäre hilfreich. Die Materialien für die Werbung müssen noch entworfen werden. Aber alles in allem: Viel mehr Nutzen als Kosten.

Brief an die Leserinnen und Leser!
„Richtung ändern!“

Mit dem Brief an die Leserinnen und Leser beginnt die Veröffentlichung meines neuen Buches „Richtung ändern!“. Alle zwei Tage erscheint ein neuer Beitrag. Wenn Sie also nichts verpassen wollen, dann verfolgen Sie diese Reihe regelmässig. Sie haben auch die Möglichkeit, sich in den Newsletter (linke Spalte unter dem Bild) einzutragen. Dann werden sie per Mail informiert, sobald ein neuer Beitrag erscheint. Als Printversion erhalten Sie das Buch an den Wahlinfoständen der Grünen Linken Liste Kaufungen.

Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Lesen und lade Sie herzlich ein, die einzelnen Kapital hier oder auf facebook zu kommentieren.

Am 6. März sind Kommunalwahlen in Hessen und da­her auch in der Gemein­de Kaufungen. Dort saß ich die ver­gangenen fünf Jah­re in der Gemeindevertret­ung als Ver­treter der Grünen Linken Liste Kaufungen (GLLK).  Wir blicken nicht nur auf eine lange Geschichte in der Kaufun­ger Kom­munalpolitik zurück, sondern zudem liegt noch eine sehr erfolgreiche Legislaturperiode hinter uns. In die­ser haben wir uns sehr ernst­haft, aber auch mit einer or­dentlichen Portion Spaß und Freude der Politik gewidmet. Nach der letzten Sit­zung des Haupt- und Fi­nanzausschusses im laufenden Jahr, die über drei Stun­den dauerte, verlie­ßen wir la­chend und fröhlich den Sitzungssaal. Eine Gemeindevertreter­in sprach uns an und meinte: „Ja, ihr könnt ja so­gar jetzt noch lachen!“ Ja, auch darum geht es uns: Dar­zustellen, dass Kommunalp­olitik Freude ma­chen kann, ohne an Ernsthaftig­keit und klarer Kante zu verlieren.

Im Lauf des Jahres 2015 reifte der Gedanken in mir, als Bürger­meister für die Gemeinde zu kandidieren. Die Wahl dazu findet zeitgleich mit der Wahl der Gemeinde­vertretung statt. Mit dem amtierenden Bürgermeister ha­ben wir seit 2011 eine enge Zusam­menarbeit gesucht und manchmal auch gefun­den. Wir haben ihn unter­stützt, sind ihm jedoch auch in die Quere gekommen und haben so daran mitgewirkt, dass sich die Gemeinde an wesentli­chen Punkten in die richtige Richtung be­wegt hat.

Vor ein paar Wochen hielt ich in Schramberg, der Stadt, in der ich 1966 gebo­ren wurde, einen Vortrag. Der Moderat­or fragte mich, wie ich denn dazu stün­de, dass alle Men­schen und vor allen die Politik und die Wirtschaft ständig davon reden, dass wir wachsen müssen und dass nur ein weiteres Wachstum unseren Wohlstand si­chern könne. Wenn ich darüber mit Men­schen auf der Straße spreche, wenn ich also konkret frage, ob sie der Ansicht seien, dass un­endliches Wachstum in einer end­lichen Welt möglich sei und gut wäre, dann sagt mir die alte Frau mit dem Rollator, der Ge­schäftsmann mit seinem Porsche, die Schülerin an der Gesamt­schule und der Punk 12498774_10153909601387049_338305478_nan der Stra­ßenbahnhaltestelle, dann sagen ei­gentlich alle: Nein, das geht nicht. Wir benötigen eine Verände­rung. Darum frag­te ich bei diesem Vortrag das Publikum. Von den 80 An­wesenden äußerten sich nur drei insofern, dass sie den Wachstumsgedan­ken tei­len würden. Alle anderen (von ei­nigen Schüchternen ab­gesehen) teilen also diese Wachs­tumshörigkeit nicht mehr. Das deckt sich mit Erkenntnissen einiger Meinungsforschungsinstitute. In den Ge­sprächen nach dem Vor­trag wurde dies be­stätigt und bei einer Veranstaltung am Gymnasium Schramberg am Folgetag verhielten sich die Schüler*in­nen nicht an­ders.

Wenn nun ein Ausstieg aus der Wachstumsideologie Ge­stalt fin­den soll, dann gibt es einen Ort, an dem diese Ge­stalt sichtbar und greifbar wird. Und das ist die Ge­meinde, der Kiez, die Stadt, die Straße, in dem ge­lebt wird. Und daher ist Kaufungen der Ort des Aus­stiegs aus dem Wachstumswahn und der Ort des Wan­dels.

In Paris traf sich im Dezember 2015 die sogenannte politi­sche Elite dieser Welt, begleitet von mächtigen Lob­byist*innen, die ihre ei­genen Pfründe sichern wollen, und haben sich auf einen Klima­schutzvertrag geei­nigt. Dieser soll in fünf Jahren in Kraft treten. Er for­muliert zwar ei­nerseits nötige Ziele, ande­rerseits je­doch keine Regeln, die bei Verstößen greifen. Verglei­chen könnte man diese Ver­einbarung mit einer Wohn­gemeinschaft, in welcher sich die dre­ckige Wäsche stapelt. Im Keller be­findet sich eine Wasch­maschine, die kaputt ist. Aber al­les kein Problem: Die Wohnge­meinschaft hat sich in vie­len Gesprä­chen dar­auf geei­nigt, dass die Waschmaschi­ne repariert werden soll und dass bis zum Jahr 2050 die Wäsche in den Keller getragen und auch gewaschen werden soll. Damit wird ab dem Jahr 2020 begonnen. Wer es ge­nau macht und wer be­ginnt und ob der eine mehr wa­schen soll als die andere, das ist noch nicht ge­regelt. Aber gut Ding braucht Weile.

Wie auch immer das mit dem Klimaschutz nun von stat­ten gehen soll, ein wesentlicher Ort der Um­setzung ist wiederum die Gemeinde, der Kiez, die Straße, die Stadt. Für die Kaufun­ger Bevölke­rung also Kaufun­gen. Hier muss das Bewusstsein ent­stehen, hier müssen Ideen entwickelt werden, die im Idealfall die Menschen begeis­tern.

Die anstehenden Veränderungen können nicht von oben diktiert werden, im optimalen Fall entstehen sie aus der Bevöl­kerung heraus. Die Dinge, die von unten nach oben ver­ändert werden, halten län­ger, sind fun­dierter, getrage­ner. Doch diese Veränderungen brau­chen auch eine unterstützende Strukturierung, sie be­nötigen Hil­festellung und vieles verlangt eine Umset­zung in der Politik, weil es zum Teil eben konkrete politische Entscheidungen sind, die Dinge ermöglichen (oder auch verhindern).

Für die Bewegung von unten nach oben braucht es die Kaufunger*innen. Für die politi­sche Um­setzung braucht es eine Gemeindevertre­tung, die er­kannt hat, dass die Veränderun­gen, die anste­hen, keine Verände­rungen an der Oberfläche sein können, sondern systemischer Natur sind, also die Grundlagen unseres Denkens und Handelns verän­dern müssen. Für die Veran­kerung in der Gemein­de, in der Verwaltung, für die Aktivie­rung des Apparates hin zu einer Umgestaltung der Gesellschaft benö­tigt es einen Bür­germeister, der diese Haltung verinner­licht hat und nicht zögert, diesen Weg zu gehen. Wir gehen den Kau­funger Weg und die­ser verlangt an wichtigen Punk­ten eine Klar­heit und eine Entschlos­senheit. Es ist ein Weg, den wir ge­meinsam ge­hen müssen.

Und diesen Weg möchte ich als Bürger­meister gemein­sam mit den Kaufunger*innen gehen.

Damit sich die Menschen in Kaufungen ein Bild von mei­ner Positi­on machen können, habe ich sie aufge­schrieben. Und daraus ist das nun vorliegende Buch ent­standen. Es begleitet durch den Wahlkampf, es ist das Buch zur Wahl. Damit stelle ich meine Position zur Diskussion und lade Sie dazu ein, in den kommenden Wochen mit mir über einzelne Punkte zu diskutieren. Kommentieren Sie einzel­ne Kapitel und diskutieren Sie mit. Dazu wird das Buch in Abschnitten auf meiner Internetseite veröffentlicht. Sprechen Sie mich an, wenn Ih­nen danach ist. Gerne kom­me ich auch zu Ihnen, wenn Sie sich mit drei ande­ren Per­sonen zusam­menschließen. Wir diskutieren dann die Themen, die Ih­nen wich­tig sind. Es mag sein, dass wir un­terschiedliche Positionen haben und an der ein oder ander­en Stelle nicht zusammen finden, aber so ist es eben. So ist es in Kaufun­gen. Wir haben sicherlich unterschiedliche Haltungen, aber wir haben ganz gewiss den gleichen Weg vor uns. Und wir können nicht warten mit dem Starten. Die Diskussion, wie unser Weg nun genau verläuft, die führen wir unterwegs.

Dazu lade ich Sie ein! Kommen Sie mit!

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